Dauerkarten für Dinge, die mir gefallen und gut tun

Ich habe da eine Wahrnehmung, die sich auf alle Bereiche des Lebens anwenden lässt und die ist so einfach – ich kann das am besten mit einem Vergleich darstellen.

Ich habe beobachtet – an mir selbst und bei anderen – dass es bei schönen Erlebnissen immer so eine motivierende Hochphase gibt. Sei es bei einem tollen Seminar oder einem Besuch eines Freizeitparks, oder oder oder

Das kennt jeder und irgendwie fühlt es so doch sehr gut an, oder? man möchte das doch immer wieder tun, richtig? Es inspiriert und motiviert – kurzzeitig, ein Hoch. So war es bei uns auch, wenn wir in den Europapark gingen – vollgepackt mit Vorfreude, geplanten Fahrten in Attraktionen und … vielen Erwartungen. Diese wurden dan aber auch teilweise enttäuscht – Scheißwetter, zu lange Schlangen, Attraktionen gesperrt …

Dann haben wir uns Jahreskarten gekauft – plötzlich war der Druck weg!
– wir fuhren spontan hin
– wenn die Wartezeiten nicht passten, hat man die Attraktionen eben diesmal weg gelassen
– einfach mal „nur“ zum Zirkus hingefahren
– im Winter dick eingemummelt Achterbahn gefahren ohne aussteigen zu müssen, weil nix los war
– und so weiter …

Ich habe das dann bei mir festgestellt, dass man dieses Prinzip auf jeden Bereich im Leben anwenden kann – zum Beispiel wenn ich Rad fahre. Habe ich (gefühlt) immer zu selten gemacht – und bin deshalb gleich auf Riesentour gegangen, wenn ich dann mal los bin. Erschöpft, ausgelaugt und teilweise frustriert wieder angekommen, weil ich dann doch nicht dort war, wo ich hinwollte … uns so ähnlich weiter. Jetzt schnappe ich mir mein Bike einfach öfters und auch für kleine gemütliche Runden mit der Familie – das ist super. Ich fahre öfters Rad als vorher und der Druck die Mega-tour zu machen ist weg. Die passieren jetzt trotzdem, aber eben absolut enspannt. Und weil ich so oft fahre auch mit einem besseren Trainingszustand – cool, oder? Insgesamt fahre ich öfters und mit viel mehr Freude Rad.

Das ist ein Beispiel – ein anderes ist das, das ich einfach festgestellt habe, das ich nach Seminaren auch oft ein Hoch hatte und mich schon mit der Planung des nächsten Seminars in diese ähnliche Situation in der Zukunft gewünscht habe. Die zeit zwischen solchen Erlebnissen waren dann immer diese Durststrecken mit der Hoffnung, dass bald mal wieder ein Hoch kommt. Aber dann kam alles ganz anders – ich habe festgestellt, dass meine Durststrecken eigentlich gar nicht mehr solche waren – warum war das plötzlich so? Dafür gibt es zwei wesentliche Gründe:

Das Umfeld
Ich habe das große Glück eine ganz tolle Frau und einen ganz tollen Sohn in meinem Leben zu haben – und diese haben immer wieder Schalter bei mir gedrückt, die mich zu alten Mustern gebracht haben und mich in die defensive Reaktion geschubst haben. Durch viele Höhen und Tiefen sind wir aber durch gegenseitige Achtung und Verständnis aber gemeinsam immer weiter gekommen und verstehen uns und die anderen viel besser – es gibt da schon noch einiges zu tun und dieses Projekt ist mein Teil das ich dazu beitrage. Für mich war es vor allem in den beiden letzten Jahren so, dass wir durch die permanente Auseinandersetzung mit unseren einzelnen und gemeinsamen Themen die Durststrecken zwischen den Hochs eigentlich komplett aufgehoben haben. Und das ist sehr wertvoll – ich kann das nur jedem wünschen, dass er ein solches Umfeld hat!
Das ist nicht einfach, diese permanente Konfrontation mit den eigenen Mustern muss man schon wirklich wollen – aber zusammen geht das einfacher. Und es müssen alle wollen – man darf da niemand dazu zwingen, das funktioniert nicht. Und man muss sich dieser Situation einfach auch bewusst werden – wir sind da eigentlich auch eher reingeschlittert und haben es dann irgendwann erkannt.
Kann man dieses Umfeld erzwingen? Ich denke nicht – es gibt da kein Rezept und wahrscheinlich funktioniert es am besten mit Menschen, die einem Inspiration geben und einem von Herzen nahe stehen. Keine Gurus oder Vorturner – es sind unsere Liebsten, wenn sie uns von Herzen das Beste wünschen.

meine eigene Dauerkarten
Ich habe deshalb für mich entschieden, das in allen Bereichen in meinem Leben so zu machen, dass ich mir dafür Dauerkarten ausstelle. So kann ich jederzeit und ohne Durststrecke Dinge tun, die mir gut tun. Und der Druck ist plötzlich weg – das geht beim Essen, beim Sport, bei der Arbeit, in der Liebe, in Emotionen – überall.
Und das ist eigentlich der Kern auch dieses Projektes – ich bin guter Dinge, das es sich bewahrheitet.

Stephen

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